Im Jahre 1956 wurde dann der Fries von Schloss Thürntal nach Stift
Altenburg (NÖ) verlegt, und kam dann 1961 ins Depot der
Österreichischen Galerie und damit in die ehemaligen Pferdestallungen
des Belvedere. 1973 war es dann so weit: Erich Lederer war mürbe und
verkaufte den Fries an den österreichischen Staat für bescheidene 15
Millionen Schilling. (heute ca 1 Mio €) Die Restaurationsarbeiten der
schwer mitgenommenen Friese durch das Bundesdenkmalamt konnten
beginnen. Dem waren langjährige Verhandlungen vorrausgegangen in
denen auf beiden Seiten hässliche Worte fielen, und die insbesondere die
Republik aus heutiger Sicht in keinem guten Licht erscheinen liessen
(siehe unten). Trotzdem zeigte sich Lederer in Kontakten mit
Bundeskanzler Bruno Kreisky befriedigt darüber, dass der Fries der
Öffentlichkeit erhalten blieb. Als gelernter Österreicher verfasste er 1970
eine folgenschwere Widmung: "Herrn Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky,
der sich durch den Erwerb dieses Frieses unbewusst, auf dauernde Zeiten
in der Kunstgeschichte Österreichs ein Denkmal gesetzt hat, aufrichtigst
und ergeben Erich Lederer". Das hätte er besser sein gelassen, denn...
Im Jahre 2013 kündigen die Erben nach Erich Lederer an, die neue
Rechtslage auf Grund der Novelle 2009 des Kunstrückgabegesetzes zu
nützen, um auf Annullierung des 1973 erfolgten Kaufs durch die Republik
Österreich zu klagen und die Ausfolgung des Frieses zu verlangen. Laut
ihnen hätte die Republik das Ausfuhrverbot als Druckmittel benutzt, um
Lederer zum Verkauf zu nötigen.
1956 Stift Altenburg