AKT WALTRAUDE (RED LADY WITH THE MIRRORS OF MR. NEUFFER)
Hahnsäge, 1974
Hundertwassers Kommentar zum Werk
Ich malte sehr selten Akte, da das Abzeichnen des Menschen meine Kreativität behindert. Dies trifft nicht für
Klimt und Schiele zu. Ich hatte einen Frauenakt begonnen und wußte nicht, wie ich Beine, Füße, Hände,
Brüste und Kopf zu Ende malen kann. Außerdem kam das in Konflikt zu meiner Farben- und Formenwelt. So
ist mir Valie Export, damals Waltraude, zu Hilfe gekommen und war eine Stunde mein Modell. Die seltsam
gebogenen Würste in der obersten und untersten Reihe sind von Hans Neuffer und mir. Manchmal lasse ich
Malerfreunde an meinen Bildern etwas dazumalen, das gibt mir unerwartete, neue Impulse und Kontraste.
(aus: Hundertwasser 1928-2000, Catalogue Raisonné, Bd. 2, Taschen, Köln 2002, S. 498)
Auch hatte er einen seltsamen Zugang zu Frauen, wie man aus dem Buch von Caro Wiesauer „100 x
Hundertwasser“ erfährt. „Ja, Frauen sind für mich so wie schöne Blumen und schöne Pflanzen.“ meinte er.
Wow! Immerhin folgte gleich die Einsicht: „Mein Verhältnis zu Frauen ist nicht ideal, und es ist auch nicht zu
imitieren.
Dass ihm unter diesen Voraussetzungen gerade eine Studentin namens Waltraud Höllinger in den
Sechzigerjahren als Aktmodell „diente“, klingt da fast wie ein Treppenwitz. „Waltraude“ heißt das Bild. Es ist
im Bestand der Albertina. Das Modell het heute Valie Export, geboren 1940.