Interessant bei allen Gemälden ist die Motivation Hodlers zu
erkunden, warum er diese beiden Bergmassive in so vielen
Variationen malte. Auffallend ist die Symmetrie seiner Bilder.
Hodler konzipierte sie meistens um zwei Symmetrieachsen, die
horizontale Achse als Uferlinie des Thunersees, die die
Darstellung ungefähr mittig in eine untere und obere Bildhälfte
trennt und als Kante der Spiegelung der Bergmassive nach
unten dient. Die zweite, vertikale Achse teilt das Bild fast
symmetrisch in eine rechte und linke Bildhälfte. Das Gemälde
«Thunersee mit symmetrischer Spiegelung» 1909 No 393 im
Bestand des MAH Genève zeigt dies besonders anschaulich.
Hodler liebte offenbar solche Symmetrien, denn sie zeigen die
Unveränderlichkeit eines Objektes, auch wenn es gedreht,
gespiegelt oder verschoben wird. Die Symmetrie stellte eines
der wichtigsten Gestaltungsprinzipien auf Hodlers Suche nach
einem Naturphänomen dar, das im Zentrum seines Schaffens
stand, und das er "Parallelismus" nannte. "Parallelismus
benenne ich jede Art von Wiederholung", erklärte er in einem
Vortrag. Hodler liebte offenbar den Reiz der Wiederholung, und
dies nicht nur auf seinen Bildern, sondern auch beim Malakt
selbst, den er so oft wiederholte. Warum er die Bezeichnung
"Parallelismus" dafür wählte ist allerdings unklar.
Thunersee mit
symmetrischer
«Spiegelung» 1909 No
393
Gemäldeserien