Wie erwartet, konnte Hodler seine dreiteilige Freskenfolge erst
nach vielen Einsprüchen im Waffensaal des Landesmuseums
ausführen (heute «Ruhmeshalle»). Seine Entwürfe waren
Gegenstand heftiger Debatten die zum zwei Jahre währenden
„Freskenstreit“ (1898-1900) führten. Man warf ihm
Geschichtsfälschung und das Fehlen der Darstellung von Heroismus
vor, der diese Art von Gemälde normalerweise
begleitet. Insbesondere wurden die Bilder als «ungeeignet»
erachtet, das Nationalmuseum zur Pilgerstätte für die Schweizer
Jugend zu machen, um deren Patriotismus zu fördern. Die
Landesmuseums-Kommission bat "die Ausführung dieser
abstossenden, rohen, dem Volke und der Jugend unverständlichen
Malerei zu verhindern". Dennoch sprach der Bundesrat Hodler das
Vertrauen aus. Im Dezember 1899 konnte er die Arbeiten endlich
aufnehmen.
Im Mittelteil der ausgeführten Form zeigt Hodler den Rückzug der
Kämpfer als geschlossene Truppe, einzig drei gelb-gold gekleidete
Krieger halten Wache. Der Zug marschiert von rechts nach links,
also entgegen der Leserichtung. Die Zone über den Köpfen ist mit
wehenden Fahnen ausgefüllt. Nur der letzte Krieger steht mit
bedrohlicher Körperhaltung abseits, seine Hellebarde
abwehrbereit gestemmt. Zwischen ihm und der Truppe öffnet sich
der Blick auf das Schlachtfeld, das von grauen Leichen übersäht ist.
Landesmuseum Zürich