Francisco de Goya La maja desnuda
wie Goya den Titel eines königlichen Hofmalers verlor
Goya malte das Bild zwischen 1795 und 1800 für einen privaten
Auftraggeber, den spanischen Staatsminister Manuel de Godoy der
als Frauenliebhaber galt. Es blieb zunächst den Blicken der
Öffentlichkeit verborgen, ähnlich Courbets «L'Origine du Monde».
Das änderte sich, als Godoy 1808 abdankte und mit ihm der König.
Im Jahre 1815 wurde Goya vor die Spanische Inquisition zitiert, um
herauszufinden, wer ihn beauftragt hatte das „obszöne“ Bild zu
malen. Es ist keine Aufzeichnung von seiner Aussage überliefert. Die
Folge des Prozesses war allerdings, dass ihm der Titel des
königlichen Hofmalers aberkannt wurde.
Auch Goyas später gemalte Maja Vestida war im Besitz von Manuel
de Godoy. Man vermutet dass er es ursprünglich vor die Maja
desnuda hängen liess, aber so dass letztere jederzeit mit einem
Rollenmechanismus sichtbar gemacht werden konnte. Danach war
sie im Bestand der Sammlung der Real Academia de Bellas Artes de
San Fernando, wurde aber durch die Spanische Inquisition zwischen
1814 and 1836 beschlagnahmt. Beide Gemälde hängen heute
friedlich nebeneinander im Prado.
Maja desnuda
Maja vestida
Das Gemälde der nackten Maja sorgte auch später für
Empörung. Spanien gab 1930 vier Briefmarken mit den
bekanntesten Gemälden Goyas heraus, darunter die nackte
Maja. Spanische Katholiken und auch andere Staaten
protestierten erfolglos gegen die Briefmarke. Das führte in
den USA zu großer Empörung, und in der Folge durften Briefe
mit dieser Marke in den USA nicht ausgetragen werden. Kein
Wunder, gilt es doch als die erste Darstellung von
Schambehaarung in der westlichen Kunst. Trotzdem, welch
Heuchelei.