Karl I. holte Orazio Gentileschi als Hofmaler nach England. 1636 erwarb der König
dieses Frauenporträt, das im Inventar als "done by Jentellesco" verzeichnet wurde.
Zur aktuell in New York anlaufenden Auktionssaison erkoren Liebhaber Alter Meister
Orazio Gentileschis Porträt einer unbekannten Frau, das kommende Woche (25. 1.) im
Zuge einer Abendauktion (Schätzwertsumme 19,5- 27,8 Mio. Dollar) bei Sotheby's
zwischen zwei und drei Millionen Dollar einspielen soll. Erst im Jänner 2016 hatte
Genileschis Darstellung der Danaë für Furore gesorgt, als diese via Sotheby's für 30,5
Millionen Dollar (rd. 28 Mio. Euro) in den Bestand des Getty-Museums in LA
wechselte. Im Schatten der Tochter Der Künstler war der erste Italiener, der dem Ruf
Karls I. nach England folgte. 1626 verabschiedete sich Gentileschi vom Vatikan und den
Medicis als bisherige Hauptauftraggeber und übersiedelte nach London. In einer Phase
übrigens, in der er in seiner Heimat künstlerisch fast schon im Schatten seiner Tochter
Artemisia stand, die eine eigene Werkstatt in Neapel betrieb und teils höhere
Honorare erhielt als ihre männlichen Kollegen. Das aktuell offerierte Gemälde gelangte
1636 in den Besitz des englischen Königs. Nachdem Karl I. am 26. Jänner 1649 zum
Tode verurteilt und am 30. Jänner hingerichtet worden war, wurden seine Besitztümer
verkauft. Darunter auch dieses Frauenporträt, das zuletzt in einer amerikanischen
Privatsammlung beheimatet war. Einen Teil des Auktionserlöses wird der Verkäufer
dem Philadelphia Museum of Art spenden, zweckgewidmet für das Department
Europäische Malerei und Skulpturen. http://derstandard.at/2000051242138/Neue-
Entdeckungen-fuer-den-Markt
Gentileschi O -Frauenportrait