Albin Egger-Lienz 1915
Der Künstler schildert in der Lithografie mit dem Titel 1915 seinen Eindruck
der Südfront bei den Tiroler Standschützen. Drei Reihen von Soldaten mit
Gewehren in ihren Händen stürmen auf uns zu. Sie drängen vorwärts, sehen
der Gefahr ins Auge, bilden eine bewaffnete Mauer. Während sich die
Vordersten bereits zum Angriff rüsten, laufen die Männer in den hinteren
Reihen scheinbar blindlings auf uns zu. Ihre Gesichtszüge sind uniform, als
stammten sie aus einem Fantasy-Film ein Horrorszenario mit geklonten
Gestalten. Egger-Lienz hatte die Standschützen bewusst gleichförmig
gehalten, um den Ausdruck zu steigern: Die Männer verschmelzen dadurch
zu einer Einheit, sie werden zur Kampfmaschine schlechthin.