Dürer wurde gebeten (vermutlich von Jakob Fugger) neben dem
gewünschten Gemälde auch einen Holzschnitt anzufertigen,
denn als Medien bewusster Herrscher wünsche sich Maximilian
eine möglichst große Verbreitung seines Portraits. Dürer fertigte
von ihm daher zunächst eine Kohlezeichnung an. Dazu
benötigte er angeblich weniger als 1 Stunde. Es zeigt den
alternden etwas kränklichen und lebensmüden Herrscher, der
zwar kein ästhetisch ansprechendes, aber ein unvergesslich
markantes Profil hatte: dank der Hakennase, einem wahren
Zinken, und dem vorstehenden Kinn samt redensartlich
gewordener „Habsburgerlippe“ –das über Generationen
hinweg sichtbare Merkmal der Angehörigen des Erzhauses.
Seine Nase kann - neben jener Kleopatras - als eine der
berühmtesten Herrschernasen überhaupt bezeichnet werden.
Die Zeichnung (heute Graphische Sammlung der Wiener
Albertina) diente Dürer als Vorlage für einen ersten Holzschnitt
(ohne Jahresangabe, weitere Holzschnitte sollten folgen), und
zwei Gemälde, eines datiert (1519) und ausgeführt in Öl auf
Lindenholz (KHM Wien), und ein etwas größeres, undatiertes
Leinwandgemälde in Wasserfarben (genannt das "Tüchlein"
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum). Alle drei Werke
entstanden erst nach dem Tod Maximilians (Januar 1519).
Holzschnitt
Zeichnung
Nase