Dürer - Tod des Orpheus
Die „Orpheus“-Zeichnung gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse für Dürers
Auseinandersetzung mit der italienischen Renaissance und der Kunst der Antike.
Allgemein wird die Hamburger Zeichnung als frühes Meisterstück Dürers gewürdigt.
Sandrart, in dessen Besitz sie sich befand, hielt das Blatt für die Probearbeit des Künstlers
zur Erlangung der Meisterwürde in Nürnberg, wofür es jedoch keinen Nachweis gibt.
Unsicher ist bis heute, ob die Zeichnung vor oder nach der Abreise Dürers nach Italien
geschaffen wurde. Die offensichtliche Nähe zu Mantegnas Werk spricht jedoch eindeutig
für eine Entstehung während der Venedigreise. In Anlehnung an die Metamorphosen
des Ovid schildert Dürer das Strafgericht der antiken Mänaden an Orpheus, der sich nach
dem Tod Eurydikes von den Frauen ab- und den Knaben zuwandte. Die verschmähten
Frauen nahmen daraufhin Rache und töteten Orpheus. Der mit abwehrender Gestik
flüchtende Putto wird als Hinweis auf die Knabenliebe des Sängers gedeutet, worauf das
im Baum angebrachte Spruchband ausdrücklich verweist. Laut Inschrift wird Orpheus
dort, in Verballhornung eines venezianischen Dialektwortes, als erster Päderast
bezeichnet („Orfeus der Erst Puseran“).
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