Georges de la Tour - Le tricheur à l’as de carreau
Betrüger, Schwindler und Ganoven
Schwindeln ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und war
schon immer ein dankbares Thema für Künstler. Im Gemälde von
Georges de la Tour spielen 2 Männer und eine Frau Karten. Einer
der Männer (links) versteckt zwei Karten hinter seinem Rücken. Er
schwindelt! Wer hier bedackelt wird ist wohl klar: der Mann
rechts. Er ist gut angezogen, hat einige Goldstücke vor sich
aufgestapelt, und ist offenbar zu reich. Er ist vom Spiel so
absorbiert dass er nicht merkt, wie er über den Tisch gezogen
wird. Die Kartenspielerin mit rotem Hut ist eine Kurtisane. Sie
trägt teuren Schmuck und wirft einen Blick zu ihrer Komplizin die
ein Glas Wein serviert, um das Opfer zu betrinken. Auch sie trägt
ein wertvolles Armband aus Cornalin. Alle schauen sich
beziehungsvoll an, nur einer merkt nichts davon.
Vom Bild gibt es interessanterweise 2 Versionen, die sich in einem
Detail signifikant unterscheiden. In einer ist die versteckte Karte
ein Karo As (1635 Louvre), und in der anderen ein Treff-As
(1630/34 Kimbell Art Museum, Fort Worth; von Pictet Genf
erworben). Warum, wissen die Götter.
Ein lustiges Detail ist die prachtvolle
Straussenfeder mit der sich das Opfer schmückt.
Delatour war Franzose. Mit dieser Feder verbindet
er möglicherweise die Anspielung, das Opfer hätte
mehr am Hut als im Kopf, und bemüht dazu ein
bekanntes Wortspiel. Eine Feder heisst auf
französich "une plume", und wenn jemand
bedackelt wird, heisst es: «il se fait plumer», oder
auf gut Deutsch, er wird "gerupft". Wenn das kein
feiner Humor ist.....
Ein ähnliches Thema fand sich bereits in
Caravaggios Falschspieler (1594). Auch hier
werden Karten versteckt und geschummelt dass
sich die Balken biegen. Wie brav dagegen sind
Cézannes Kartenspieler (1892-95). Sie gingen 2012
für läppische 275 Millionen $ an die
Herrscherfamilie von Katar. Wurden vermutlich
auch gerupft.
Federn
Caravaggio Cézanne