französischer Maler, Bildhauer, Grafiker und Karikaturist (1848er Revolution). Wchtiger Vertreter des
Realismus. Bedeutend sind seine politischen und sozialkritischen Karikaturen. Für seine überspitzte
satirische Bezeichnung des Königs Louis Philippe als Gargantua ein unersättlicher Fresser und Säufer
(Romanfigur von François Rabelais) wurde er 1832 zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten (auf
Bewährung) verurteilt. Weniger bekannt wurde Daumiers Malerei, in der er sich auch literarischen
Themen und der sozialkritisch motivierten Darstellung des einfachen Volks zuwandte. Etwa ab 1848
hielt er engen Kontakt zur realistischen Schule von Barbizon.
Während in Frankreich der Klassizismus seit Ludwig XIV. ein kulturelles Herrschaftsprogramm war,
wurde er nach der Französischen Revolution zunächst von den Revolutionsführern, dann aber von den
eigentlichen Gewinnern der Revolution, dem Bürgertum, genutzt. Diese Vereinnahmung der antiken
Ikonografie durch die Bourgeoisie macht Daumier lächerlich: Er zieht dem Kleinbürgertum die falschen
Masken ab und zeigt sie in erbärmlichen Alltagsszenen. Im Alter erblindet, starb er verarmt.
Honoré Daumier
1808-1879 (71)
Statue Daumier par Antoine Bourdelle
Marseille Place du Mazeau