Die Angabe 1911 ist entnommen aus:
Charlotte Behrend-Corinth: Louis Corinth - Die Gemälde. Werkverzeichnis.
Neu bearb. von Béatrice Hernad. Bruckmann, München, 1992, S. 124
(Werk-Nr. 460) und S. 562 (Abb.)
Ich gehe daher davon aus, das die Datierung stimmt.
Die Vermutung, dass Hertha das Gemälde hätte verschwinden lassen, glaube ich eher nicht. Wenngleich sie nahe liegt
und Deine Angaben richtig sind. Hertha war z. B. mit Hans Purrmann befreundet, erstmals 1934 kaufte sie ein Werk von
ihm und blieb auch mit ihm und seiner Frau in Kontakt, als er das Land aus politischen Gründen verlassen hatte und nach
Italien gegangen war.
Warum sollte sie dann den Corinth verschwinden lassen? Zudem denke ich, das der Corinth wohl eher im Schlafzimmer
gehangen haben wird und nicht prominent im Salon oder der guten alten „Wohnstube“. So war das Werk auch nicht für
jedermann sichtbar. Ich würde es mir ins Schlafzimmer hängen;-) ...
Der Neffe Herthas, Ernst von Siemens, hat einiges an Werken geerbt. Die gleichnamige Stiftung hat Werke, die aus seiner
Sammlung stammen und einst Hertha gehörten, in die Pinakothek München gegeben. Leider ist die Stiftung nicht offen
für Anfragen, ich bin ziemlich abgewatscht worden von denen. Erstaunlich, dass die Siemens-Stiftungen nicht unbedingt
miteinander kooperieren. Aber das ist eine andere Geschichte...
Zu Hertha: Dein Argument ist gut, aber es gibt Berichte, dass das Gemälde, wie auch andere, bei ihr bis zum Schluss
waren- und zwar an der Wand. Wir haben etliche Belege für Werke, von denen wir nicht schreiben können, da wohl die
Ernst von Siemens-Stiftung sich nicht um „Aufklärung“ bemüht. Ist in Zeiten der Provenienzforsching ein heikles Thema.
DSCF3196.jpg War jedenfalls eine unangenehme Erfahrung mit der EvS-Stiftung...
Hertha hat u.a. bei Cassirer gekauft, allerdings gibt es im Feilchenfeldt/Cassirer-Archiv so gut wie keine Nachweise mehr.
War jedenfalls eine unangenehme Erfahrung mit der EvS-Stiftung...