Beide Götterfiguren wurden 2007 (FH Wels) computertomographisch
analysiert, denn es bestand die Vermutung, dass Cellini zumindest die
Zehen und die Köpfe gegossen und nicht getrieben hat. Die
Messungen ergaben jedoch, dass jeweils die gesamte Figur bis hin zu
den zartesten Teilen wie Fingern und Zehen mit Punzen und
Hämmern geformt wurden, und dass Cellinis eigene Beschreibung der
Herstellung der Saliera korrekt ist. Auch die unerhörte
Gleichmäßigkeit der Wandstärke von unter 1 mm kann nur Erstaunen
und den größten Respekt vor den handwerklichen Fähigkeiten dieses
Genies erwecken. Die Büste des Künstlers, der privat überaus
gewalttätig werden konnte, ziert heute die Ponte Vecchio in Florenz.
Weniger bekannt ist wie der Salzstreuer von Fontaineblau nach Wien
gelangte. Alles begann mit einer Hochzeit, und zwar jener des franz.
Königs Karl IX., Enkel von Franz I., mit der sehr katholischen Elisabeth
von Österreich. In der Zeit der Hugenottenverfolgungen
(Bartholomäusnacht) war eine Königin aus erz-katholischem Haus
sehr willkommen. Dies war zumindest der Wunsch von Katharina
Medici, Mutter von Karl IX. Wie damals üblich, erfolgten Hochzeiten
auch ohne Anwesenheit des Hauptbeteiligten. Die des Königs fand in
Speyer ohne das Muttersöhnchen statt. Als Vertreter des Bräutigams
fungierte Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Im Gegenzug bedankte
sich Karl IX. mit dem goldenen Salzfass. Nette Geste. Er starb nur
einige Jahre später im zarten Alter von 23 Jahren.
Gold
Ponte Vecchio