Weniger erwartet ist, dass sich Cellini auf der Statue zweifach verewigte:
einmal am Brustband der Zaubertasche : BENVENVTVS CELLINVS CIVIS
FIORENT. FACIEBAT MDLIII, und dann als Janus-gesichtiger Helm-, Haar-
und Bartträger am Hinterkopf des Perseus. So lautet zumindest der
kunsthistorische Diskurs. Die Ähnlichkeit mit Cellinis Kopf ist zwar nicht
frappierend (siehe seine Statue auf der Vecchio Brücke), es würde auch
jener seines Auftraggebers Cosimo I. infrage kommen (siehe Cosimo-Büste
aus Cellinis Werkstatt), aber vorstellbar wäre es.
Wie auch immer, die Begleitumstände zur Entstehung des Perseus waren
genügend außergewöhnlich, um eine Doppelsignatur Cellinis zu
rechtfertigen. Da war zunächst der dramatische Bronzeguss der
Hauptgruppe. Cellini musste im letzten Moment 200 seiner Zinn-Teller
einschmelzen, um die Legierung flüssig zu halten, und entging damit nur
mit Glück einer Verhaftung. Und dann gab‘s den Honorar-Streit mit seinem
Auftraggeber. Cosimo I. war bereit ihm lediglich 3500 fl. Gulden (anstatt
der angeblich ausgemachten 10000) auszuhändigen. Nur zum Vergleich:
Cellinis Honorar entsprach dem Wert eines damaligen Palazzo, also nicht
viel weniger als das Honorar von zeitgenössischen Künstlern wie Damien
Hirst und Konsorten. Ob dieser Knausrigkeit empört holte sich der
florentinische Haudegen die Kleinbronzen des Sockels von der Herzogin
Eleonora von Toledo wieder zurück. Cellini kannte seinen Wert!
So kam es, dass die Perseus Statue Cellinis letzter öffentliche Auftrag blieb.
Dass seine Büste heute den Ponte Vecchio ziert, hat vermutlich mit seinem
Beruf als Goldschmied zu tun. Nachträgliche Ehre für diese edle Zunft.
Cosimo I 1546 Cellini auf Ponte Vecchio