Caravaggio Narziss
1598/99 Galleria Nazionale d'Arte
Antica, Rom
Caravaggio hat den Mythos des
Jungen Flussgottes gemalt: Nur sein
eigenes Spiegelbild konnte ihm Freude
bereiten, im 21. Jahrhundert würde
man das als "narzisstische Störung"
bezeichnen.
Narziss (griechisch Νάρκισσος,
Narkissos, lat. Narcissus) ist in der
griechischen Mythologie der schöne
Sohn des Flussgottes Kephissos und
der Leiriope, der die Liebe anderer
zurückwies und sich in sein eigenes
Spiegelbild verliebte.
Spiegel
Liebe verzehrt mich zu mir; ich errege und leide die Flamme.
Was tun? Soll ich flehn? Mich anflehen lassen? Um was dann?
Was ich begehre, ist mein. Zum Darbenden macht mich der Reichtum.
(Ovid, Metamorphosen, 3,464466)
Die Schlüsselstelle in den "Metamorphosen" des Ovid, als Narcissus sein
Spiegelbild im Wasser des locus amoenus, eines lieblichen Ortes, erkennt
und letztendlich an der unerfüllbaren Liebe zu sich selbst stirbt, wirkt bis
heute in der Kunst nach.
Narcissus, Michelangelo Merisi, detto il Caravaggio (15711610), Galleria
Nazionale d'Arte Antica, Roma.