Ganz im Gegensatz dazu vernachlässigt Caravaggio das
Gesetz der Schwerkraft und stellt Nikodemus
angestrengt und tief gebeugt dar. Schwerfällig umfasst
er mit beiden Armen die Beine Christi, während die viel
größere Kraftanstrengung des Johannes völlig
ausgeblendet wird. Nicht nur, dass auch dessen Beine
kaum zu sehen sind und nicht nachzuvollziehen ist, wie
er den Leichnam hält „zudem zeigt das Gesicht des
Jüngers, der mit der Rechten die Seitenwunde berührt,
den Ausdruck eines jähen Erstaunens über eine plötzlich
gewonnene Einsicht. Diese Gemütsbewegung
überblendet die körperliche Anstrengung vollkommen
dem rechten Grableger im Zentrum des Gemäldes die
Physiognomie des (damals schon lange verstorbenen)
Michelangelo verlieh (großes Bild links)....
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Von Rubens kopiert
Caravaggio - Grablegung Christi
1603/04; Rom, Pinacoteca Vaticana