Es wurde schon recht viel über diese ländlichen Szene geschrieben:
dass der Auftraggeber der Bauernhochzeit von P. Brueghel d. Ae.
unbekannt sei, dass das Gemälde vom Brueghel Sammler Rudolf II
(HRR) erworben –und angeblich mit Gold aufgewogen - wurde, dass
die Hochzeit in einer Scheune stattfand, dass die Braut als einzige
keine Haube trug - sie kommt ja erst nach der Hochzeit “unter der
Haube” (siehe Tschako über ihr); und dass das Servierbrett der
Speisenträger eine ausgehängte Tür ist, auf der das Fehlen festlicher
Speisen das kulinarische Niveau der ärmeren Leuten Hollands im 16
Jhdt widerspiegelt: man kochte einmal pro Woche und wärmte den
Brei (Weizen & Hirse, keine „edlen“ Kartoffel) dann tagelang immer
wieder auf etc. Welch Kontrast zu Meytens Hochzeit Josephs II. mit
Isabella von Parma die 200 Jahre später stattfand!
Die Frage, bei welchen Gästen ein Augapfelvorfall und krankhafte
Abmagerungserscheinungen vermutet werden, die auf die Basedow-
Krankheit deuten, kann nur mit Phantasie beantwortet werden.
Pieter Bruegel der Ältere - Die Bauernhochzeit
Ein Fuss zu viel und eine Person zu wenig
Van Meytens 1763