Das großformatige Leinwandgemälde (172 x 278 cm) war einst das
Auftragswerk von Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici und ist heute das
Herzeigstück der Uffizien, vor dem sich die Besucher in Scharen drängen.
Der bis ins 19. Jahrhundert quasi vergessene Botticelli würde sich wundern
wie er von der heutigen Werbung und Popkultur vereinnahmt ist wie kaum
ein anderer Künstler weltweit, und seine Venus Handtaschen,
Trinkbechern und Flipflops ziert. Schönheit ist zu einer Ware geworden
und seine Venus zu einer Marke, einem Topmodel, einer Pop Ikone. Dass
sie es in Italien nur auf eine 10-Cent Münze geschafft hat, ist fast
verwunderlich.
Auffallend, aber nicht unerwartet bei der Vermarktung von Botticellis
Venus ist, dass sie oft als Sexsymbol dargestellt wird. Es stimmt ja, sein Bild
ist keine sehr christliche Allegorie, es war das erste nackte Frauenbild seit
der Antike und keine Venus pudica. Das störte viele. Bereits 1497 überlebte
sie in Florenz nur knapp den theokratischen Savonarola. Auch heute stösst
ihre Darstellung manchmal auf Widerstand. Dass der spiessige SPD-
Justizminister Heiko Maas sexistische Werbung verbieten will, wäre noch
nachvollziehbar, obwohl sich die Frage stellt wer denn entscheiden soll,
wann Werbung sexistisch ist. Unverständlich ist hingegen die Sperre durch
Betreiber sozialer Netzwerke. Amedeo Modigliani's "Reclining Nude"
(1917) kann ein Lied davon singen. Die Diskussionen darüber werden
sicher nicht abbrechen. Sicher ist nur dass Venus Darstellungen in der
Kunst sind so alt sind wie die Kunst selbst, und dass.... Sex sells.
10 Cent Münze
Venus Darstellungen