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Die auffälligen Requisiten lassen sich einerseits auf Textstellen der Augustinischen
Bekenntnisse beziehen; dort finden sich an verschiedenen Stellen Erörterungen
über die Natur der Zeit; Armillarsphäre und Geometriebuch verweisen auf seine
frühere Beschäftigung mit der Astrologie und Mathematik als Weissagekunst. „Die
Meßgeräte stehen für Augustinus’ zum Scheitern verurteilten Versuch, das Wesen
der göttlichen Schöpfung mit den Mitteln des menschlichen Verstandes zu
erfassen“ (Locher 1999, S. 70).
... Botticelli greift mit seinem Fresko also nicht nur einen biografischen Moment aus
dem Leben des Augustinus heraus, sondern charaktierisiert ihn zugleich als
christlichen Mystiker. Denn seine Gotteserkenntnis wird nicht durch
wissenschaftliche Forschung oder das Studium der biblischen Schriften ausgelöst,
sondern durch ein plötzliches Erhelltwerden, eruptiv und unmittelbar
http://syndrome-de-stendhal.blogspot.com/2014/09/von-der-gnade-erleuchtet-
domenico.html
https://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Augustine_in_His_Study_(Botticelli,_Ognissanti)