Seither heißt die Arbeit "Love is in the Bin" und man spricht bei
Wertsteigerungen von teilweise zerstörten Kunstwerken von
einem "Banksy-Effekt". Ob sich dieser auch beim teuersten
Gemälde der Welt, Leonardo da Vincis "Salvator Mundi",
einstellen würde, oder bei Klimts Kuss ?
Banksys Aktion war nicht die erste dieser Art, die in die
Kunstgeschichte einging. Im Jahre 1960 inszenierte Jean Tinguely
im Skulpturengarten des Museum of Modern Art seine öffentliche
“Homage to New York”, ein 7 Meter hohe Ungetüm aus Rädern,
Ölkanistern, Feuerlöschern, Badewannen, Flaschen und anderen
Alltagsgegenständen, dessen eingebauter Mechanismus sein
akribisch aufgebautes Kunstwerk in kaum einer halben Stunde
zerstörte. Die Überreste können noch heute im MoMA bewundert
werden. Tinguelys damalige Botschaft: Die permanente
Erneuerung durch Zerstörung. Der Ökonom Joseph Schumpeter
hätte ihm zugestimmt.
Ob Miro, Rauschenberg, Fontana, John Baldessari, Niki de Saint
Phalle oder Twombly, sie alle waren freiwillige oder unfreiwilliges
Opfer von Zerstörungsaktionen. Picasso meinte einmal: «L’envie
de détruire est aussi une envie créatrice. »
Was Banksy aber gegen all seine Vorgänger auszeichnet ist, dass er
mit der Zerstörung eines eben versteigerten Werks das Herz des
Kunstmarktes traf, und damit museale Kanonisierung erlangte.
Tinguely –Homage to New York 1960