Balthus-info
Chalet in Rossinière
mit Frau Setsuko Ideta
Bis zu seinem Tod am Sonntag kurz vor seinem 93. Geburtstag lebte Balthus zurückgezogen in
seinem Chalet Rossinière in der Nähe von Chateau d'Oex im Schweizer Kanton Waadt. "Die
zeitgenössische Kunst verliert einen ihrer geheimnisvollsten und deswegen lange
missverstandenen Meister", schrieb die "Neue Zürcher Zeitung". Balthus drang im Paris der
30er Jahre mit einem Skandalwerk in die Kunstszene. Das Bild "Gitarrenstunde" zeigt eine halb
nackte Schülerin auf den Knien ihrer ebenfalls entkleideten Gitarrenlehrerin. Entblößte jungen
Mädchen, meist zwischen Traum und Wirklichkeit, wurden zu seinem Markenzeichen. Mit
"Les Enfants Blanchard" wurde Balthus als einer der wenigen Maler weltweit schon zu
Lebzeiten im Louvre gewürdigt. Rainer Maria Rilke verhalf ihm 1921 zur ersten
Veröffentlichung von Tuschezeichnungen. Über Gerüchte, dass Rilke sein Vater sei, ging
Balthus stets mit Schweigen hinweg. Gesichert ist, dass Balthus' Mutter Baladine mit Rilke
zeitweise eine sehr enge Beziehung pflegte.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/balthus-nicht-alle-maedchen-sind-lolitas-a-
118485.html
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