Der Magie der "Straße" kann sich der Betrachter kaum entziehen. Die Menschen
erscheinen wie eingefroren, mitten in der Bewegung. Handwerker, Hausfrauen, ein
Koch und, natürlich, ein Mädchen in anzüglicher Pose, verfolgt von einem lüstern-
verträumten Knaben. Gestalten aus dem Struwwelpeter, mit dem er bei seiner
deutschen Gouvernante lesen gelernt hatte, tauchten dort zum ersten Mal auf.
Zugleich spiegelt La Rue das Leben von Saint Germain des Prés wieder. 1934, in
der legendären Pariser Galerie von Pierre Loeb, die erste Ausstellung: Antonin
Artaud erkennt die große Begabung und schreibt einen überschwenglichen Artikel
in der Nouvelle Revue Francaise, hebt die Ausarbeitung der Formen, des Lichts
und der sphinxartigen Figuren hervor.
Balthus La rue (Die Straße)