Fest einer Bohnenkönigin
2013
Wien St Leonhard
Wien/St Leonhard 2013
Ein 90er gehört gefeiert, dachte sich der damalige Bürgermeister von St. Leonhard und sein
Adlatus, und kündigte sein Kommen im Haus No 128 an. Ich war mit Brigitte, Marcel und den
beiden guten Geistern des Hauses, Eva und Frieda, zur Stelle. Die “Feier” war ohne Rede, kurz
und schmerzlos. Ein Selfie für die Dorfzeitung schaute heraus.
Da die Wiener Wohnung noch immer besetzt war*), logierten wir bei Marie-Thérèse in der
Schwindgasse. Von dort war es nur ein Sprung zu Jacob Jordaens Fest des Bohnenkönigs im
Kunsthistorischen Museum (KHM). Marie-Thérèse organisierte eine Privatführung.
Das Gemälde überbordet von knusprigen Details, teils satirisch, teils ironisch oder nachdenklich.
Sie schmücken die ausgelassene Szene, wie etwa der "Mediziner" der speibt, das Kind das säuft
und vom Hund gierig beneidet wird und die Frau die sich die Brust entblösst**). Und über dem
Ganzen prangt ein Schild mit dem treffenden lateinischen Sinnspruch:
NIL.SIMILIVS.INSANO.QVAM.EBRIVS***).
Ja, feiern konnten sie, die Flamen. Uns fehlte dazu der König. Ihn kühlte schon seit 9 Jahren der
kühle Rasen des Familiengrabs in Altpölla. Der Bohnenkönigin wurde nach dem “Festübel.
Fazit: vom rein gesundheitlichen Standpunkt aus kann man Feste im Alter weniger empfehlen.
*) Paul bewohnte sie seit 2010 und zog einfach nicht aus, trotz gültigem Mietvertrag meinerseits
**) im Bild auf punktierte Flächen klicken.
***) Nichts gleicht einem Verrückten mehr als ein Betrunkener
2013