Palermo 2012
Stolen Caravaggio reloaded
Palermo
2012
2012 war das Jahr unserer ersten Sizilienreise. Sie führte uns von Acireale unter dem Ätna über
Taormina und die Insel Vulcano nach Palermo, und zurück über Piazza Armerina nach Catania.
In Palermo wären wir in der Kirche Oratorio di San Lorenzo gerne Caravaggios Altarbild - Christi
Geburt mit den Heiligen Laurentius und Franziskus begegnet. Es kam aber nicht dazu, denn das
Bild war 1969 von unbekannten Tätern fein säuberlich aus dem Rahmen geschnitten und
mitgenommen worden. Bei unserem Besuch war die Stelle noch immer leer. Erst im Dezember
2015 wurde das Bild durch eine hochwertige digitalisierte Reproduktion ersetzt. Eine ähnliche
Wiederbelebung“ von Gemälden erfolgte kürzlich mit den verbrannten Fakultätsbildern von
Gustav Klimt.
Das Original von Caravaggio ist bis heute verschollen. Mittlerweile gehört es zu den zehn
meistgesuchten Kunstwerken der Welt. Auch ein Rekord.
Dafür begegneten wir in der Kathedrale von Monreale oberhalb der Stadt den wunderbaren
Mosaiken der Kosmaten, einer Künstler- und Handwerkerfamilie, die von etwa 1150 bis ins 15.
Jahrhundert in Rom und Latium tig war. Ein Augenschmaus.
In Piazza Armerina stand die Villa Romana del Casale auf dem Programm. Ihre großflächigen
Mosaiken bedecken über 3000 m2 und zeigen nicht nur Jagdszenen, darunter auf Hasen, und ein
Rhinozeros ohne “Dürer-Hörnchen”, sondern auch erotische Szenen. Dabei erfuhren wir, was das
ius oculi im alten Rom bedeutete. Die Talibans machen es heute nicht anders.
Im Gegensatz zu Gemälden können Mosaike und Bauten weniger leicht gestohlen werden. Um
diese in Ruhe erkunden zu können, beschlossen wir 2015 wieder nach Sizilien zu kommen.
Monreale
Klimt
Villa Romana