Man kann nicht umhin die ganze Komposition sowohl als Symbol der
Metamorphose anzusehen (Schmetterlinge), gewissermaßen als Essenz alles
Lebens, als auch Symbol des Beständigen, ausgedrückt durch das DNA-Molekül
als Träger der Gene, deren lebenserhaltende Rolle von den Wissenschaftern in
ihrer Arbeit trocken wie folgt beschrieben wurde: "It has not escaped our
notice that the specific pairing we have postulated immediately suggests a
possible copying mechanisms for the genetic material". Kunst der Wissenschaft,
Wissenschaft in der Kunst.
Nicht verwunderlich, dass Dali von der Idee der “Mona Lisa of modern science”
(Nature) gefesselt war und sie künstlerisch umsetzte. Dass er ein Bruchstück des
quasi-unsterblichen Moleküls aus den Wolken fallen ließ, um auf dessen
himmlischen Ursprung hinzuweisen, ist eine von manchen nur zu willig
aufgenommene Spekulation.
Die ikonische DNA-Struktur erscheint mehrmals in Dalis Werken, etwa in
Galacidalacidesoxyribonucleicacid (1963). Auch andere Künstler griffen sie auf,
aber erst viel später, etwa Cortada, Chihuli und Hirst, gingen jedoch in ihrem
Anspruch nicht über die Ästhetik hinaus. Ganz allgemein sind Spiralen beliebte
Motive unter Künstlern, etwa bei Hundertwasser.
Ironie der Geschichte : vor Kurzem (2017) verkündete eine Spanierin, ihre Mutter
habe ein Jahr vor ihrer Geburt (1956) eine Affaire mit Dalí gehabt. Sie überzeugte
einen Richter in Madrid, einer Exhumierung des Künstlers zuzustimmen, um
mittels DNA-Test seine allfällige Vaterschaft von ihr zu klären. Der Test fiel negativ
aus. Der grosse Masturbator hat seine DNA offenbar wo anders hinterlassen.
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