Bauer Farbtafeln Madrid
Dieser Vorgehensweise hatte einen einfachen Grund: abgesehen von
den in beschränkter Zahl an mitgenommenen Farbpigmenten hätte die
Herstellung farbiger Illustrationen vor Ort zu viel Zeit in Anspruch
genommen, daher arbeitete er lieber mit einem Farbcode und beendete
die Bilder nach der Reise.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der entzückende Kleine Fetzenfisch
(Phyllopteryx taeniolatus) gespickt mit Zahlen rund herum. Da der
Farbcode rund 1000 Nummern umfasste, erlaubte er feinste
Farbschattierungen. Leider sind die Original-Farbtafeln Ferdinands aus
Australien verschollen, aber frühere Farbtafeln sind heute in den
Archiven des Königlichen Botanischen Garten von Madrid (vide infra) und
in Liechtenstein/Wien aufbewahrt.
Erst im Jahre 1805 kehrte Ferdinand Bauer nach England zurück, im
Gepäck 11 Kisten mit 1.542 Zeichnungen von australischen Pflanzen, 180
von Pflanzen der Norfolk Inseln und über 300 von Tieren. Die nächsten
fünf Jahre arbeitete er an seinem Werk Illustrationes Florae Novae
Hollandiae. Infolde der Napoleonischen Wirren musste er diese in Oxford
allerdings selbst publizieren, leider ohne finanziellen Erfolg. 1814 kam
Bauer nach Wien zurück, wo er in ein kleines Haus in Hietzing in der
Nähe Schönbrunns zog und 1826 dort starb.