Conques 1924
Labbaye Sainte-Foy
vorbei am Yvonite
Conques
2024
Die Abbaye Sainte-Foy (heilige Fides) in Conques liegt etwas abseits. Sie ist Teil des Jakobwegs
der an Carcassonne nördlich verbeiführt. Ihre Fenster sind den Umweg auf der Route de
Soulages über Marcillac wert.
Zusätzlicher fringe benefit: auf der N118 fährt man knapp an einem der Fundorte von Yvonite*)
vorbei (Mas Carbadeas). Mikroskop mitnehmen, bitte, die Kristalle sind klein.
Der Bau der Abtei wurde kurz nach 1041 begonnen, damals gehörten Deutschland und
Frankreich kulturhistorisch noch zusammen. Die Kirche erhielt esrt kürzlich ihre 104 neuen
Fenster von Pierre Soulages. In der Nähe seiner Heimatstadt Rodez liess er sich diesen Auftrag
nicht nehmen. Soulages entwickelte neue Glasformeln, die nur diffuses Licht passieren lassen,
ähnlich den Alabastertafeln die in Kirchen vor dem Einsatz von Glas verwendet wurden, wie
etwa im oktogonalen Turm der Kathedrale von Valencia. Die Einfassungen sind fast
ausschließlich geschwungen und führen zu interessanten Lichteffekten.
Conques selbst sieht aus wie eine Kulisse für einen Mittelalterfilm. Das hindert die Leute aber
nicht daran Parkingzettel fürs Auto nur fürs ganze Jahr auszustellen. Die sind dann entsprechend
geschmalzen. Man nimmts eben von den Lebenden, die sowieso nur selten wiederkommen.
Kirchenfenster sind beliebt bei Künstlern wie Chagall, Richter, Polke, und A. Giacometti, und
manchen Auftragsgebern, wie dem Sparkassendirektor in Linz der sich im Dom verewigen ließ.
*) von einem freundlichen Kollegen im Naturhistorischen Museum Genf 1995 zu meinen Ehren so benannt, und dort
ausgestellt; chemische Formel: Cu(AsO3OH). 2H2O
Yvonite
Valencia