Dufys Fée besteht aus 200 Paneelen die insgesamt 600 m2 Oberfläche
bedecken (60 m x 10 m). Damit war es damals das grösste Gemälde der
Welt. Genügend groß auch heute noch, um bei seiner kürzlichen
Restauration eine Drohne zum Einsatz bringen zu müssen. Tintorettos
"Paradis" im Dogenpalast nimmt sich mit seinen 7 m x 2 m dagegen als
Winzling aus. Wem Grösse gefällt, kann in Paris auch Monets Ensemble
Nymphéas in der Orangerie bewundern. Es ist allerdings nur 91 Meter
lang und zwei Meter hoch.
Auf Dufys Fresko erkennt man 110 Wissenschaftler, welche über die Jahre
das Gebiet der Elektrizität vorangebracht haben, angefangen von
Aristoteles bis Pierre und Marie Curie, alle mit Tusche vorgezeichnet und
mit Öl- und Wasserfarben übermalt. Interessanterweise sind Einstein und
Konsorten nicht dabei. Ihr Beitrag zum Nutzen der Kernenergie war in den
1930er Jahren offenbar noch zu wenig augenfällig. Für viele ein
Versäumnis.
In seinem Anliegen erinnert das Gemälde irgendwie an die religiös
motivierten Gemälde der Renaissance. Nur trat anstelle der damaligen
Verherrlichung des Katholizismus und seiner Heiligen der am
beginnenden 20-ten Jahrhundert keimende Glaube an den Fortschritt der
Technik, mit all seinen Säulenheiligen, die zur Zähmung von Licht und
Energie beitrugen. Die Bedingungslosigkeit dieses Glaubens sollte bald
erschüttert werden... 2019 KY
Technik