Kiefer - Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir (Ausschnitt)
Kiefer - Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir (Ausschnitt)
Sowohl der Künstler Anselm Kiefer, als auch Quantenphysiker Anton Zeilinger setzen
sich mit Fragen zur Realität und Illusion auseinander der eine aus künstlerischer,
der andere aus wissenschaftlicher Sicht. Kiefer faszinieren seit langem auch
Erkenntnisse und Vorstellungen der Naturwissenschaften, insbesondere der
Quantenphysik. Zeilinger hingegen war 2012 bei der international bedeutenden
Ausstellung für zeitgenössische Kunst, der documenta mit seinem Labor als
Teilnehmer eingeladen. Im gemeinsamen Gespräch nähern sich die beiden einander
an, diskutieren Phänomene der Wahrnehmung und Konstruktionsvorstellungen der
Wirklichkeit.
Der Renaissancegelehrte Robert Fludd (1574-1637) interessierte sich für die Analogie
zwischen Mikro- und Makrokosmos, Mensch und Universum. In Kiefers
minimalistischem Sternenhimmel führt eine einzelne Linie zu einem Menschen
"herunter". Dabei korreliert die Idee, wir seien die Membran zwischen Mikro- und
Makrokosmos mit dem Thema Grenzfluss.
https://www.guggenheim-bilbao.eus/en/the-
collection/works/the-renowned-orders-of-the-night
Immer wieder umkreist Kiefer die Frage, inwiefern Grenzen etwas bloß Fiktives sind. Trotz
aller scheinbaren Vergilbtheitsromantik der Motive (durch malerische Überarbeitung
verstärkt) eine zeitgemäße Frage. Zeitlos ist aber auch eine Serie, die ab 1990 entstand
und zu den Highlights gehört: Kiefer beschäftigte sich darin mit Mystik und den Schriften
von Robert Fludd.
Der Renaissancegelehrte interessierte sich für die Analogie zwischen Mikro- und
Makrokosmos, Mensch und Universum. In Kiefers minimalistischem Sternenhimmel
führt eine einzelne Linie zu einem Menschen "herunter". Einerseits korreliert dabei die
Idee, wir seien die Membran zwischen Mikro- und Makrokosmos mit dem Thema
Grenzfluss. Anderseits scheint ein Mikro-Makro-Verhältnis auch unsere Beziehung zu
Kiefers monumentalen Formaten zu bestimmen
http://derstandard.at/2000033124170/Anselm-Kiefer-An-der-Grenze-zwischen-Mikro-und-Makrokosmos
Damit aber will Kiefer nichts zu tun haben, erst recht nicht nachträglich. "Die behandeln
mich wie einen toten Künstler", sagte er der "Süddeutschen Zeitung", und dass er sich
wie "vergewaltigt" fühlte. Chinas soziale Medien ergriffen Partei für ihn. "Mordfall in der
Zentralakademie", steht über einem tausendfach kopierten Onlineaufsatz. Die
Ausstellung sei eine Untat, die an dem noch lebenden Kiefer verübt werde. "Jeder
Künstler kann seine Wut nachempfinden.
http://derstandard.at/2000048131961/Anselm-Kiefer-Ausstellung-in-China-Uns-ist-das-alles-sehr#posting-1016622537
Anselm Kiefer: An der Grenze zwischen Mikro- und Makrokosmos