Caravaggio-Judith enthauptet Holophernes
Caravaggio or Louis Finson, that’s the question
Toulouse
Neapel
Rom
Verführerische Frauen haben so manchem Mann den Kopf gekostet. Das
steht schon im Alten Testament (Buch Judith). Mit der mutigen Tat, die hier
so brutal dargestellt ist, befreite Judith einen Teil der Israeliten. Sie hatte
sich demnach durch ihre Schönheit problemlos Zugang zum assyrischen
Heerführer Holofernes verschaffen können, da er sich eine Liebesnacht mit
ihr versprach. Sie aber machte ihn betrunken und enthauptete ihn. Kein
Wunder dass sich diese Tat zu einem häufig variierten Thema der
bildenden Künste vom späten Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert
entwickelte. Dass es manchmal mit dem Thema der Salome verwechselt
wird, wo auch ebenfalls ein Kopf rollt, spielt dabei künstlerisch keine Rolle.
Die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes ist dennoch eine komplexe
Angelegenheit. Wenn man manchen Quellen glaubt, gibt es vom
Barockmaler Caravaggio bis zu drei Ausführungen der Judith und
Holofernes, eine in Rom (Galleria Nazionale d’Arte Antica, um 1598/99),
eine spätere in Neapel (Palazzo Zevallos, 1607), und die kürzlich in
Toulouse entdeckte (« Caravage de Toulouse ») in mittlerweile privaten
Händen. Die Situation verkompliziert sich noch insofern, als ein in der
Komposition ähnliches Gemälde von Artemisia Gentileschi (1611/12)
ebenfalls in Neapel (Capodimonte) hängt (die zweite Version von 1620/21
hängt in den Uffizien).
Judith