Vertreibung aus dem Paradies
Florenz 2019
Florenz
2019
Masaccios Fresko Die Vertreibung aus dem Paradies begegnet man in Florenz in der Santa Maria
del Carmine Kirche. Letztere wird von manchen als Sixtinische Kapelle der Frührenaissance
bezeichnet. Die dramatische Szene der "Entführung" zeigt einen Engel mit Schwert, der die
sündigen Adam und Eva durch die Pforten des Paradieses hinaustreibt.
Besonders augenfällig ist Masaccios Darstellung der Emotionen der beiden entblößten und
verzweifelten Menschen. Realistisch und perspektivisch, damit mit der spätgotischen Tradition
brechend, führte er den Stil Giottos fort. Das Fresko wurde aber nicht deswegen zweieinhalb
Jahrhunderte später Opfer einer Übermalung. Diese erfolgte um 1680, wahrscheinlich im Auftrag
von Cosimo III de’ Médici (1642-1723), dem vorletzten bigotten Großherzog der Toskana.
Bei der Übermalung mit Feigenblättern handelt es sich weniger um ein Opfer des "gewandelten
Kunstverständnisses", wie man öfters liest, sondern ganz einfach um Zensur.
Die Nacktheit wurde übrigens bei der letzter Restauration 1990 wiederhergestellt. Es war Zeit.
Wenn jemand glaubt Zensur sei das Privileg der damaligen Zeit gewesen, irrt. Zensuren von
Nacktheit begleiten die Kunstgeschichte schon seit es Nackte gibt. Bis in die heutige Zeit. So
wurden im Jahr 2017 in der Londoner U-Bahn auf Österreich-Werbeplakaten die Genitalien
Schieles auf seinem Selbstportrait überklebt.
Shocking .....oder Werbegag?
London