Florenz 2019
Ponte Vecchio
Alte Gemälde widerlegen eine Legende
Florenz
2019
Ein Florenz Besuch ohne Überquerung der Ponte Vecchio sei verlorene Zeit, steht in den Führern.
Sie sei nicht nur wegen der vielen kleinen Geschäfte bekannt, deren Balkone und Fenster über die
Brücke hinausragen, sondern auch wegen dem Vasari-Korridor, der es den damaligen Herrschern
erlaubte ungesehen vom Palazzo Vecchio zum Palazzo Pitti zu gelangen. Früher hatten auf der
Brücke vorwiegend Fischer, Schlächter und Gerber ihre Läden (um ihren Dreck bequem in den
Arno zu kippen), seit Großherzog Ferdinando I. sind dort aber nur mehr Juwelier- und
Souvenirgeschäfte angesiedelt. Heute beherbergt der Vasari Korridor eine Portraitsammlung.
Schön ist sie nicht die Brücke, aber Geschichtsbeladen.
Dazu werden den Touristen zumindest zwei Legenden aufgetischt: erstens seien die drei großen,
dreigeteilten, abgrundhässlichen Fenster nach Westen hin (flussabwärts) am offenen Mittelteil der
Brücke 1938 anlässlich des Staatsbesuches Hitlers im faschistischen Italien in das historische
Mauerwerk des Vasari Korridors gebrochen worden, und zweitens habe bei der Entscheidung, die
Ponte Vecchio zu erhalten, Hitler höchstpersönlich eine Rolle gespielt. Es wird suggeriert, dass
dem ehemaliger Postkartenmaler die Brücke bei seinem Besuch 1938 so beeindruckte, dass er von
ihrer Zerstörung absah.
Beides stimmt nicht (bei Interesse Foto li. oben anklicken).
Nirgends wird so gelogen wie bei der Vermarktung von Bau- und Kunstwerken für Touristen