Uffizien
Begegnungen mit Raffael, Bernini und Parigi
Florenz 2019
Uffizien
In den Uffizien wird man von der Fülle an Exponaten beinahe erschlagen. Drei
seien herausgegriffen: ein Gemälde von Raffael, ein Fresko von Giulio Parigi und
eine Skulptur von Gianlorenzo Bernini.
Raffael zeigt den Medici-Papst Leo X mit seinen Cousins, den Kardinälen Giulio de’
Medici, dem späteren Clemens VII. und Luigi de’ Rossi. Leo X hatte ein großes
Herz für die Kunst (er holte Leonardo nach Rom), führte aber ein wenig
gottgefälliges Leben und frönte dem Nepotismus, der Prunksucht und dem
Ablasshandel. Letzterer war einer der Auslöser für Luthers 95 Thesen im Jahr 1517.
Das Urteil von Egon Friedell über ihm war vernichtend*). Eine Skulptur von Leo X.
steht in der römischen Kirche Santa Maria in Aracoeli, in der wir die Hochzeit von
Sébastian & Vittoria feierten (cf eigener Eintrag).
Parigis Fresko Der Spiegel des Archimedes informiert über eine Wunderwaffe die im
im sizialianschen Syracus feindliche Schiffe in Brand stecken konnte, einer
neuzeitlichen Prüfung ihres Erfolgs aber nicht standhielt.
Berninis Skulptur Leopoldo de' Medici (1617-1675) lieferte ein weiteres Beispiel für
das immense Talent dieses Bildhauers. Sein Leopoldo steht an prominenter Stelle
in der Hitparade berühmter Nasen.
*) “ein maßloser Verschwender, der, wie man sagte, bei einem längeren Leben Rom, Christus und sich
selbst verkauft hätte und bei seinem Tode nicht einmal so viel hinterließ, daß davon die Kerzen zu seinem
Begräbnis bezahlt werden konnten“ aus Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit
2019
Parigi
Bernini