17 Aug. 2017
Treppenwitz in St Leonhard
Weißenkirchen/Wachau
17 Aug. 2017
Mit Siegfried Stoizners Gemälde Weißenkirchen ist ein kurioses Kapitel unserer Familiengeschichte
verbunden. Im Jahr 2017 bat mich meine Mutter drei mal nach St Leonhard zu kommen, einmal um mit
dem Notar den Schenkungsvertrag für das Haus zu besprechen*), ein anderes Mal um die Installation des
Treppenlifts zu überwachen, und schliesslich um sie mit Eva in die Rote Kreuz Klinik in Wien zu begleiten.
Bei dieser Gelegenheit wurde mir das Gemälde von Stoizners für die von mir geleisteten Dienste
zugedacht. Es war von meiner Großmutter Kuni vom Künstler selbst in Dürnstein erworben worden und
hing bis zur Aneignung der Wiener Wohnung durch Paul **) 2010 in dieser, genau so wie zwei Gemälde
von Helmut Nowak daneben (siehe Foto). Marcel erhielt davon das große Gemälde und ich das kleine. Ich
sollte die Bildergeschenke teuer bezahlen, denn meine Mutter erinnerte sich später nicht mehr daran.
Den Stoizner hatte ich ins Herz geschlossen, denn er erinnerte mich an unsere Großmutter. Ich versuchte
daher den genauen Malort seines Gemäldes in Weißenkirchen zu eruieren und wurde fündig. Er liegt
einige 100 Meter östlich des Ortzentrums. Das abgebildete Marterl existiert noch.
Fazit: Schenkungen für “geleistete Dienste” sind schön, setzten beim Schenker aber ein gutes Gedächtnis
voraus und enthalten bisweilen Konfliktstoff für den Beschenkten.
*) Auf Wunsch meiner Mutter sah der Vertrag vor dass mein Pfandrecht ohne weitere Ausgabe meiner Mutter
abgegolten wird, was im Nachhinein von ihr in Abrede gestellt, vom Notar aber bestätigt wurde.
**) Unsere Mutter stellte Paul 2010 die Wohnung befristet (ca ein Jahr) zur Verfügung, während ich einen aufrechten
Mietvertrag hatte. Dieser baute sie ohne ihr Einversändnis um und deponierte alle Einrichtungsgegenstände in der
Ordination im Leonharder Haus, darunter alle Bilder und den abgebauten Kachelofen.
Wiener Wohnung
2017